Warum einen First Responder ?

Der First Responder übernimmt bei allen medizinischen Notfällen im Gemeindegebiet die professionelle Erstversorgung der Patienten und überbrückt somit den oftmals überlebensnotwendigen Zeitraum bis zum Eintreffen des öffentlichen Rettungs- und Notarztdienstes.
Die diensthabenden Helfer des First Responder werden von den zuständigen Rettungsleitstellen über Funkmeldeempfänger alarmiert.
Durch kurze Wege zum Einsatzort hat der First Responder einen enormen Zeitvorteil gegenüber dem Rettungsdienst.
So konnten Zeitvorsprünge von bis zu 31 Minuten erreicht werden, in denen die Helfer des First Responder die Patienten adäquat versorgen und dann dem Rettungsdienst übergeben konnten.

Jährlich leisten die Helfer des First Responder trotz Ihrer Berufstätigkeit bis zu 300 Einsätze im Gemeindegebiet.

Rein ehrenamtlich und unentgeltlich konnte so der First Responder Dienst durchschnittlich in 80% der Woche rund um die Uhr zur Verfügung gestellt werden.
 

Hintergrund Information

Deutlich haben es Studien gezeigt: In Deutschland sterben jährlich ca. 140000 Menschen am plötzlichen Herztod. Im Vergleich dazu "nur" 8000 bei Verkehrsunfällen. Jetzt wird man sagen, es handelt sich dabei um sehr alte Menschen, die eines natürlichen Todes sterben. Doch was ist ein "natürlicher" Tod? Ein Herzinfarkt beispielsweise nicht.

Und Herzinfarkte können auch nicht nur alte Menschen erleiden. Nein, die Tendenz geht viel mehr dazu über, dass in unseren Gesellschaftsschichten auch junge Menschen betroffen sind.

Nun hört man oft bei einem Herzinfarkt sollte in den ersten Stunden gehandelt werden.

Das ist im Prinzip nicht so ganz falsch. Aber wann geht es denn dann immer um diese Minuten von denen man spricht? Herzinfarkte, Unfälle, Schlaganfälle, Ertrinken und viele andere Dinge können dazu führen, dass das Herz plötzlich mechanisch still steht.

Ist dies der Fall, wird von diesem Zeitpunkt an vor allem das Gehirn, aber auch andere Organe nicht mehr mit Sauerstoff versorgt.

Der Mensch stirbt. Ähnlich verhält es sich wenn plötzlich die Atmung aussetzt. Dies ist zum Beispiel möglich wenn Fremdkörper die Atemwege versperren. Oft sind hier Kinder betroffen, da hier die luftleitenden Wege noch anders aufgebaut sind und so leichter verlegt werden können.

Hier wäre zwar ein Weitertransport des Sauerstoffs über das Blut möglich, aber die nicht mehr funktionierende Atmung lässt erst gar keinen Sauerstoff mehr dahin kommen.

Wenn also einer dieser Notfälle eintritt geht es um Minuten.

Um das Herz wieder zum Schlagen zu bringen, ist bei einem Kammerflimmern (auch hier steht das Herz mechanisch still) IMMER ein "Elektroschock" aus einem Defibrillator nötig. Eine Andere Möglichkeit gibt es nicht.

Der sofortige Beginn mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW oder Reanimation), der schnelle Einsatz eines Defibrillators durch geschulte First Responder und die weitere Versorgung und der Transport in eine geeignete Klinik sind die besten Voraussetzungen für ein Leben ohne Beeinträchtigungen nach einem Herzstillstand.

Ohne Laienhilfe (HLW) und First Responder mit Defibrillator stehen hier die Chancen des Überlebens gleich null, wenn der Rettungsdienst wie in der Gemeinde Berg erst nach ca.10-15 Minuten eintrifft.